Es tut mir sehr leid, dass ich so lange nichts mehr von mir habe hören lassen. Es ist viel zu tun, langweilig war mir in den letzten zwei Monaten vermutlich keine Sekunde, die Arbeit ist spannend und nicht immer einfach – nichts Neues also. :)
Mittlerweile verliere ich manchmal die Geduld mit den Syrern und den Umständen an der Uni. Aber mir wächst ein dickes Fell und ich bin stolz auf manche Probleme, die ich umschifft bzw. Hürden, die ich genommen habe. Ich hoffe, ich schlage mich ganz gut! ;)
Eigentlich wollte ich euch heute meinen Morgenspaziergang beschreiben, mein Ritual, mit dem der Tag beginnt. Aber da ich gleich zum Falafel-Essen bei meiner syrischen Adoptivschwester eingeladen bin, muss ich mich beeilen und euch vertrösten. Viel interessanter ist sowieso die folgende Geschichte:
Die Sache mit den Missverständnissen Vol. 2
Eine deutsche Kollegin war eine Woche lang als Gastdozentin an der Uni. Kurz nach ihrer Ankunft machte sie sich mit einer syrischen Mitarbeiterin bekannt. Sie unterhielten sich gut und wie es in Syrien (nicht nur) unter Frauen üblich ist, kamen sie schnell auf die wichtigsten Fragen: “Bist du verlobt oder verheiratet? Falls Letzteres der Fall ist – habt ihr Kinder? Und ist es Liebe?” Meine Kollegin ist seit mehreren Jahren glücklich vergeben, an einen Mann, mit dem sie aber nicht verheiratet ist – weil die beiden, wie es in Deutschland öfter vorkommt, nicht heiraten wollten. Sie sei verlobt, antwortete sie also, und das seit sieben Jahren. Und ja: aus Liebe.
Die Reaktion der Syrerin kam prompt: in Form einer spontanen Umarmung – mit der sie ihr Mitleid bekunden wollte! Eine Frau, die seit Jahren in einen Mann verliebt ist, der sie offensichtlich nicht ehren will, der sich mit ihr vergnügt, bis er eine Frau findet, die er ehelichen möchte – ja, die kann einem wirklich leid tun!

Anonymous sagte,
20. Juni, 2007 um 23:03
Schön, dass wir mal wieder ein neues Lebenszeichen von Dir bekommen haben. Die Geschichte ist wohl wahr, eben wie im richtigen Leben. Lass Dich nicht von irgendwelchen Diletanten aus der Ruhe bringen. Du machst das schon. Georg und Christel aus dem Hundedorf.
Anna:Meine Ruhe nehmen sie mir im Leben nicht – auf Dauer *g* Die Geschichte ist wahr, klar. Die Mädels hier waren übrigens auch sehr erstaunt, dass ich die Familie meines “Verlobten” schon kenne und öfter mal besuche. Aber es ist ja bekannt, dass die Deutschen da etwas sonderbar ticken… Ganz liebe Grüße an alle!
Holly Golightly die Zweite sagte,
21. Juni, 2007 um 14:11
hallo anni-schwesti,
entschuldigung für meinen letzten kommentar!! ich hab mich soooo gefreut letzte woche deine stimme zu hören! ich schreibe dir jetzt eine mail!
aus der ferne einen KUSS Á LA AUDREY
Anm. von Anna: Na, solche Küsse bekomm ich aber gerne! :) Bis bald via Skype!
andi sagte,
21. Juni, 2007 um 19:41
wenn du die syrerInnen immer noch mit so viel unvoreingenommenheit betrachten würdest wie zu beginn deines praktikums müssten wir uns ja sorgen machen … mit menschen zusammenleben heißt doch immer, sich an bestimmten punkten abzugrenzen, eine eigene meinung zu haben.
und du wärst nicht die anna, die ich kenne, wenn dir das nicht überall auf der welt irgenwann so ginge!
Und bist du eigentlich verlobt, du arme?
Anna: Klar bin ich auch “verlobt” (- jetzt sollte niemand beleidigt sein, ihr habt nicht wirklich etwas vepasst ;) -) aber noch nicht so lang. Es ist also in den Augen der Syrer nocht nicht Hopfen und Malz verloren und meine Kolleginnen sind schwer für eine Hochzeit in Syrien.
Und ich hoffe doch, ich bin immer noch nicht voreingenommen - aber ich weiß jetzt definitiv, dass ich wieder zurückkommen werde *g* – und die deutsche Arbeitssituation weiß ich um so mehr zu schätzen. ;)